Freitag, 30. Oktober 2009

waschen in polen

wenn man zu faul ist, ins wohnheim nebenan waschen zu gehen, wenn man keine 6 zloty bezahlen will und nicht darauf warten moechte, dass eine der zwei maschinen dort, die uebrigens alte deutsche modelle sind, frei wird, dann waescht man im eigenen wohnheim. in jeder etage des wohnheims gibt es ein paar oeffentliche raeume: einen stinkenden muellschachtraum, eine kueche, ein kleines zimmer ohne fenster und eine waschkueche.
und was man dort so sieht dokumentieren die folgenden bilder.
mein assistent: mitbewohner karol.








alles klar? waesche, ariel und wasser aus dem hahn in die maschine. maschine an.. maschine aus.. waesche noch bisschen mit der hand waschen. waesche in schleuder, schuessel daneben stellen, damit wasser aus schleuder ablaeuft. dann wasser aus waschmaschine in den abfluss laufen lassen. total einfach : )

dieses wochenende ist das wohnheim fast leer, alle polen sind wegen Allerheiligen nach hause gefahren : / ich will auch uebers wochenende nach hause.

Samstag, 24. Oktober 2009

Lublin im Nebel

heute ist samstag und ich weiß überhaupt nichts mit mit anzufangen. draußen ist es kalt und neblig. hier mal ein paar fotos von der gestrigen nacht, so zwischen Mitternacht und 1 Uhr:





und meine gute kamera hat ausnahmsweise bei solch schlechten lichtverhältnissen nicht versagt.
was gibt es neues? ich habe zum ersten mal post bekommen!

als ich am donnerstag ins wohnheim kam und den rest meiner miete zu zahlen (am tag zuvor hatte ich nicht genug geld bei mir ) meinte die Frau : " To pani?" oder sowas und hielt mir eine postkarte unter die nase. und sie hatte recht: eine karte von Mallorca von meiner familie an mich : )



auf dem foto sieht man auch meine tolle fotowand, auf die ich immer schaue wenn ich am schreibtisch bzw. am laptop sitze. da haengt jetzt auch die karte und wenn mir sonst noch jemand schreiben moechte:

pokój 705
ulica czwartaków 13
20-045 Lublin
Polska ( wer haette das gedacht... )

ach ja. eine nachricht an zuhause: ich habe das buch, das ich für meine belegarbeit brauche in meinem zimmer in dresden liegengelassen. bitte schaut mal. es ist ein rotes taschenbuch, heißt glaube ich "Frauen in Majdanek". koennt ihr es mir vielleicht bitte bitte schicken? es kann nur im bücherregal oder auf meinem schreibtisch sein...
also in lublin ist es immernoch schoen und meine mitbewohnerin beeinflusst micch recht positiv, auch wenn sie mich manchmal nervt.
ich sehe sie nur fürs studium arbeiten und wenn sie mal einen film schaut, dann hat sie ein schlechtes gewissen! sie ist auch sehr ordentlich und ich bin auch fleißiger und ordentlicher geworden. ich wasche z.b. jeden tag ab, total ungewohnt!

zur uni: ich habe jetzt einen festen studenplan. sicher interessieren euch die details:
montags: übersetzungsstrategien (auf deutsch,war ich noch nich, faengt erst am 26. an, mit so nem prof., den uns schulz emphohlen hat.), sprachwissenschaft praktisch (auf englisch), sprachwissenschaft theoretisch (mit dem selben professor, er spricht sehr leise und etwas schwul ), jüdisch ( toooooll! hebräische buchstaben, schreiben, sprechen und es klingt vieles so deutsch "eyn sheynes ketsel" na, was heißt das?) montag ist der anstrengendste tag: von 9:30uhr bis 17:30 uni.
dienstag: english culture (britische kultur, sehr spannend, seminar, viel zu lesen, auf englisch) und 2 1/2 stunden sprachunterricht (alte frau, kann nur polnisch, schwer für mich aber es wird schon, denke ich.. wir arbeiten mit -Hurra Po Polsku-).
mittwoch: übersetzen deutsch-polnisch und polnisch-deutsch (oh mein gott, das ist für das zweite studienjahr und soooo (über)fordernd. einen textausschnitt findet ihr bei studi.) und englisch (verschiedene themen werden besprochen, ganz interessant, wie üblich mit einer sehr jungen lehrkraft. es soll wohl auch vokabeltests geben)
donnerstag: deutsch (wie deutschunterricht 10. klasse, texte interpetierenn, wir sind da als unterstützung der polnischen studenten da, macht spaß, manchmal duerfen wir auch worte vorlesen udn die anderen muessen auf unsere aussprache achten oder begriffe wie "warteschleife" erklären, gar nicht so einfach.. ) danach 2 1/2 stunden polnisch (juengere frau, kann englisch, unterricht bisschen besser.. )
freitag: 2 mal deutsch( wieder der lehrkraft und den studenten zu liebe. aber wir lesen wirklich interessante texte und bisschen analysieren udn interpretieren ist nicht schlecht, außerdem kann man auf die polnischen konversationen zwischen lehrkraft udn studenten achten). frau miszaluk, bei der wir deutsch haben ist auch unsere erasmusverantwortliche, sie hat einen ganz extremen schielfehler. das rechte auge schaut permanent nach rechts, während sich das andere bewegt und man weiß nicht, wie man sie anschauen soll. sie ist sehr nett und scheint hart gearbeitet zu haben, denn ihr deutsch ist fast perfekt.auch die aussprache. schoene lange vokale:)
ich mag die uni, die professoren, die studenten.. als ich damals die fotos von der uni sah war ich eher angewidert aber das äußerliche ist in dem fall total unwichtig!

am dienstag ist was interessantes passiert: ein ehemaliger rektor der uni ist verstorben und alle studenten hatten deswegen frei!!!! es ist naemlich unanständig in dem fall zu unterrichten. und am donnerstag haetten wir frei gehabt, aber einen tag zuvor hat sich der derzeitige rektor der uni umentschieden und auf der hompage der umcs verkuendigt, dass doch alles stattfindet. : ) wirklich nett.

ansonsten gibt es nicht viel neues, um ehrlich zu sein, mag ich die polen lieber als die leute von erasmus, die beziehungen zu zweiteren sind so kalt und oberflächlich. man geht immer mal aus, heute abend auch wieder aber es bilden sich keine freundschaften. die polen sind viel wärmer, viel herzlicher.... milena (kenn ich von der stadttour her) z.b. hat uns für novmeber zu ihrem geburtstag und in die berge eingeladen. heute waren wir zusammen schwimmen, wir wollen jetzt jede woche gehen.solte mir gut tun, ich esse hier sooo viel!!!

meine mentorin und ich haben ein etwas distanziertes verhaeltnis, das ist schade aber wird sich wohl nicht ändern. gestern waren wir zusammen bei einem konzert und einem chorauftritt des uni-chors. mit dabei: der rektor der uni, der bürgermeister lublins, andere wichtige personen, das fernsehen und ein paar zeitungen. es war wirklich schoen, wenn auch für meinen geschmack ein bisschen viel geredet, geklatscht und geehrt wurde. ständig kam einer der wichtigen personen nach vorn und zeichnete irgendjemand aus.
am abend zuvor habe ich mit natalia und unserem mitbewohner karol "der junge im gestreiften pyjama" gesehen. in polnischen filmen ist es oft der fall, dass der film zwar mit originalstimmen gezeigt wird aber ein sogenannter lektor spricht die ganze zeit auf polnisch mit, alle stimmen.. total komisch. polen ist komisch, aber liebenswert.
demnächst schreibe ich mal ein paar anmerkungen zum alltag auf.
bis bald.

Sonntag, 11. Oktober 2009

mein wohnheim und ich... und was es sonst noch so zu berichten gibt

also.. wie wohne ich jetzt?
man muss sich das folgendermaßen vorstellen: in Lublin gibt es einen stadtteil namens Miastecko Akademickie, was übersetzt soviel heißt wie "kleines studentenstädtchen", in diesem stadtteil, der sich westlich der altstadt also dem zentrum Lublins befindet, stehen die meisten Unigebäude und alle wohnheime. es gibt 9 uni-wohnheime und noch ein paar private, alles bunt angestrichene plattenbauten. meins ist wohl eins der hoechsten mit 10 stockwerken. im Miastecko Akademickie gibt es auch ein paar kleine läden, sogenannte skleps und einen supermarkt namens Milea, ein paar apotheken, ein schwimmbad, das zur zeit renoviert wird : ( und ein paar mini-parks.

ich wohne im wohnheim "Helios", es ist eben erst renoviert wurden. im keller befindet sich ein kopiershop (in polen darf man nirgendwo allein kopieren, man muss immer in einen laden gehen). im erdgeschoss gibt es: einen kiosk, das büro der wohnheimleitung und natürlich die rezeption. man muss IMMER wenn man geht seinen schluessel dort abgeben und wenn man zurückkommt meist seinen wohnheimausweis vorzeigen. wenn man nach 23Uhr kommt muss man klingeln. : ) ich fühle mich hier manchmal etwas kontrolliert. die restichen stockwerke sind das reich der studenten. es gibt eine etagenküche( gasherd, den man mit feuerzeug anzünden muss! )und die wohnheinheiten. eine einheit besteht aus 2 doppelzimmern und einem kleinen bad.wir haben auch noch einen ganz kleinen vorraum, in dem ein großer kühlschrank steht.

ich wohne mit natalia, einer polin, die germanistik studiert im groeßeren der beiden zimmer. nebenan hausen karol und marcin, beide polen. karol ist sehr sehr nett und hat mir hier schon oft geholfen. marcin ist ein bisschen dreckig und mir irgendwie suspekt.
unser zimmer ist gemütlich und angenehm groß. wir haben geng platz und dank internet und stühlen (auf beides mussten wir länger warten) kann man sich über nichts beklagen. am meisten freut mich, dass das zimmer westlage hat und somit nachmittags und abends die sonne reinscheint! bis jetzt war es im wh auch immer recht ruhig. gestern nacht allerdings kamen geräusche vom flur, bei denen ich mich gefragt habe, ob die da draußen kegeln oder bowling spielen. irgendwas schweres rollte mehrfach den flur hinunter.
natalia ist übrigens sehr sehr ordentlich und das steckt an, was in meinem fall nicht unbedingt von nachteil sein sollte.
bine wohnt ein stockwerk über mir, ihre mitbewohnerin ist ausgezogen also hat sie das zimmer für sich allein, auch nicht schlecht...

ansonsten lebt man sich eben so langsam in lublin ein, gestern abend war ich mit bine und catja (aus portugal) bei catjas mentorin eingeladen, den abend zuvor war erasmusparty (ganz schreckliche musik aber nette menschen) und nächste woche geht der unialltag los. meine verpflichtungen bis jetzt: jüdischkurs, polnischsprachkurs, deutschübungen : ), übersetzen x2, geschichte großbritanniens, kultur großbritanniens.

das wars dann für heute. seit gestern nachmittag regnet es übrigens ununterbrochen und es wird immer kälter, ich frage mich wirklich, warum wir gerade im wintersemester hier sind!!?

LG


gestern war ich allein spazieren, das ist im botanischen garten....






der botanische garten meiner UNI ..

Samstag, 10. Oktober 2009

kleiner rundgang duchs wh



im alten zimmer



im neuen zimmer ohne stuhl



schoen aufgeräumt, oder?






und noch das winzige bad



zimmer mit westlage fetzt! : )

morgen oder heute kommt auch noch ein kleiner aufsatz mit dem thema "mein wohnheim und ich, und was es sonst noch so neues gibt"

Montag, 5. Oktober 2009

wurde beklaut : (


gestern abend war ich im kino und danach noch bei freunden und bin dann ins wh. dort fuhr ich mit dem fahrstuhl. mein rucksack mit portmonaie immer auf dem rücken und als ich heute morgen miete zahlen wollte war das portmonaie weg!!! ich war natürlich total außer mir denn darin befindet sich ALLES was so drin sein kann. mit meiner mentorin ania bekam ich dann heraus, dass mein portmonaie in einem anderen wh abgegeben wurde, jedoch nur noch meine persoenlichen dokumente enthalte. und so war es dann auch. am morgen hatte es ein angestellter des wohnheims draußen gefunden und es war verdächtig leicht! ca. 500zloty raus, das sind in etwa 130euro. wir waren bei der polizei und auch beim deutschen konsulat denn ich dachte zuerst, dass mein ausweis auch weg ist. später brachte mich jedoch bine darauf, dass mein wohnheim den noch hat. sie brauchen ihn um mich zu registrieren. gut.. also muss ich morgen nochmal zur polizei damit die akte geschlossen werden kann denn das kann sie: es ist doch recht unwahrscheinlich, dass jemand mein geld abgibt!!!! schade drum : (
bine war heute schon bei vorlesungen, ich fange dann morgen an.aber ich muss mir meinen studenplan sowieso erst in den nächsten wochen aufbauen.
liebe grüße aus lublin.
(das foto oben: wichtige vokabeln am besten auf den handrücken schreiben!!)

Sonntag, 4. Oktober 2009

weekend w polsce

Sonnabend, 03. oktober, in meinem durchaus bequemen bett.

wenn ich diesen beitrag online stelle, ist schon Sonntag, denn ich habe bestimmt erst am Dienstag internet im wohnheim : ( also werde ich wieder in den verrauchten pub „paragraph 14“ (weiß immer noch nicht, was der paragraph nummer 14 eigentlich verbietet, erlaubt oder beschreibt : )) sitzen.

heute war mal ein richtig netter tag: weder war ich frustriert, noch gelangweilt, denn der ganze Samstag war ausgefüllt. 10uhr trafen sich fast alle erasmus-studenten am wh „babylon“ . dort warteten eine polnische studentin namens milena , unsere erasmus-verantwortliche agnieszka und ein bus samt fahrer auf uns. wir schauten uns die ganze stadt an: standen auch am zaun des konzentrationslagers majdanek und an einem see, waren im schloss und in der altstadt und auf einem turm. ich hatte wie schon die ganze woche über unangenehme begegnungen mit tauben. sie sind überall, sie sind fett und sie sind aufdringlich. (sie jagen mich durch parks: ich habe etwas zu essen bei mir, setzte mich auf eine bank.. tauben kommen angelaufen.. ich steh auf, gehe zur nächsten bank… schon wieder so ne dumme taube auf dem weg zu mir, stehe wieder auf….. echt ärgerlich. )

aber trotzdem war die tour interessant, in einer kirche sahen wir sogar eine echte katholische , polnische hochzeit. sehr sehr prachtvoll und festlich. ich habe auch ein kleines video gedreht, weil ich es so schoen fand. aber das video zeigt nicht wirklich, wie besonders die stimmung war. jedenfalls gab es dann noch pirogi (teigtaschen, gekocht und leicht angebraten) mit kartoffel-, kraut- und fleischfüllung. die vegetarischen waren sehr lecker! wir saßen in einem traditionellen restaurant und es war sehr gemütlich.

bine und ich verstehen uns gut mit einer tschechin namens sabina und einer portugiesin namens catja, mit den beiden und sabinas franzoesischer mitbewohnerin melodie (spricht leider sehr sehr schlecht englisch, ist aber nett) waren wir noch in einem cafe und anschließend im „Lublin Plaza“- kleines einkaufscentre in der nähe des campus wo wir nach stulpen und jacken suchten. ich habe mir übrigens schon gestern eine jacke gekauft da meine zu dünn sind und mein mantel zu dick. meine neue jacke ist schwarz und elegant, mit doppelter knopfreihe und von H&M : ), nicht viel billiger als in deutschland : ( aber jetzt fühle ich mich auch etwas wohler, die polinnen sind naemlich alle sehr schick angezogen und zurecht gemacht.

oh ja und die für mich wichtige deutsche bank habe ich auch gefunden und erfolgreich geld abgehoben…..

jedenfalls traf ich dann auf dem weg zum wohnheim auf dem campus unsere stadtführerin milena, wir kamen ins gespräch und sie scheint endlich mal jemand hier zu sein, der bzw. die wirklich auf meiner wellenlänge ist. wir gingen nochmal in die altstadt und aßen und tranken was, schauten ein paar gauklern zu und sprachen immer abwechselnd deutsch und polnisch. sie moechte ihr deutsch verbessern und ich habe mich irgendwie auf polnisch verständigt, es ist immer mehr oder weniger eine qual und abends bin ich immer sehr sehr müde denn ich spreche jeden tag 3 bis 4 sprachen (manchmal ist auch franzoesisch dabei). aber es ist toll, dass man doch recht viel polnisches versteht. leider spricht man in lublin wahnsinnig schnell. egal, der tag war gut und ich gehe jetzt ins bett. dobranoc!

das wort zum Sonntag:

ich warte gespannt auf natalia und auch auf die beiden Polen, die in dem zimmer neben uns wohnen und das bad mit uns teilen. sie sollten alle heute zurück kommen. es ist also Sonntag und morgen beginnt der uni-alltag richtig. wir gehen auf jeden fall morgens zu einer Übersetzen-vorlesung und ansonsten muss ich mir noch die woche über ein paar andere spannende kurse suchen. wir haben stundenpläne für die fakultät „sprachen“und werden auch hauptsächlich kurse aus der fakultät besuchen, müssen jedoch heute noch schauen wann und wo welche. wir wollen aber beide auch andere kurse belegen. bei mir wären da noch „zeichnen“, „buchillustration“ und „Englische Kultur“ . heute jedenfalls schauen bine, sabina, melodie, catja und ich uns noch „coco Chanel- der film“ im studentenkino an. wir haben gar keine ahnung, ob es irgendwelche englischsprachigen untertitel geben wird, hoffen jedoch darauf.

ich habe heute morgen auch schon gekehrt und gewischt, damit endlich der dreck, den die handwerker hinterlassen haben verschwindet.

bine geht es übrigens nicht so gut, sie hat ziemliche probleme mit ihrem magen und ich hoffe, dass es nichts ernstes ist und sich wieder legen wird.ich kann mich nur über müdigkeit und muskelkater beschweren.

so, mal schauen was nun aus dem stundenplan wird, muss mal mit bine gucken.

liebe grüße aus LUBLIN !!!!